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Was kostet die Welt? | Kolumne

Was kostet die Welt? Kolumne von Susanna Drescher susamamma.de

Eine Frage, die man so und so verstehen kann. Wie ich sie heute verstehe, erfahrt Ihr in dieser Kolumne, die jetzt einfach raus aus meinem Kopf und niedergeschrieben werden möchte. Meine momentanen Gedanken zur großen weiten Welt und was sie mit uns Menschen macht.

Große Gedanken

Denkt Ihr auch oft darüber nach, wie die Welt wohl ist, wenn unsere Kleinen erwachsen sind? Womit sie kämpfen müssen? Persönlich, weltlich, allgemein? Ich spüre etwas auf uns zukommen. Kann es nicht in Worte fassen. Oder hat das ‘Etwas’ nicht schon längst begonnen? Die große Veränderung? Es passiert so viel in so kurzer Zeit auf der Welt. Aber passiert nicht immer viel?

Gedanken, die spannend sind, zugleich aber auch Angst machen.

Die Welt steht Dir offen.

Ich beobachte, dass meine Generation, oder auch die ganz jungen Erwachsenen, zu denen ich mit meinen 28 Jahren nicht mehr zähle, in einer Maschinerie stecken, die für viele ungesund zu sein scheint. Wie heißt es so schön? „Die Welt steht Dir offen.“ Genau das, wovon der Bäckerssohn, der wusste, er wird ebenfalls Bäcker sein und den Betrieb seines Vaters übernehmen, vor Generationen vielleicht geträumt hat. Ist das DER Traum? Ist das für manch einen nicht eher ein Albtraum?

Freiheit kann einen großen Verlust von Sicherheit bedeuten.

Ganz alleine die ‘große Entscheidung fürs Leben’ treffen. Über den Tellerrand blicken. Den Horizont erweitern, erforschen. Jeden Ort auf der Welt mit einem Billigflugticket erreichen. Das ist alles so unendlich groß, dass es einem den Boden unter den Füßen wegreißen kann. Alles so nah, dass es einen erdrücken kann. Auf der anderen Seite ist es so schön, dass all das möglich ist.

Die Frage jedoch, nach dem „Was will ich mal werden?“ ist längst nicht mehr so einfach, wie sie es mal war.

Was kostet die Welt? Blick über den Tellerrand.

Midlife-Crisis in den frühen Zwanzigern

Viele Möglichkeiten werfen viele Fragen auf. Fragen mit denen man als (junger) Mensch überfordert sein kann. Und – plumps – steckst du nach dem Schulabschluss in einer verfrühten Midlife-Crisis, weil du nicht weißt, wofür du dich entscheiden sollst. Und vielleicht fallen nun schon die einfachsten Entscheidungen im Alltag sehr schwer. Sitzt dir doch die große, weite Welt im Nacken. Die Welt, die so unglaublich schnell ist. Jeder strebt nach mehr. Nach zu viel? Ein Wettkampf à la ‘Was ist das Maximum in allen Bereichen, was ich aus meinem Leben herausholen kann?’ 

Durch das Internet, die Globalisierung ist mehr möglich und somit arbeiten wir heute viel mehr. Es wird erwartet, dass wir auf unserem Handy und via E-Mail rund um die Uhr erreichbar sind. Und wofür? Für eine noch schnellere Welt? ‘Wenn du mit spätestens 40 Jahren nicht Chef bist, kannst du deine Gehaltsträume beerdigen.’ hab ich mal gelesen. Ist Geld alles? Ist das Glück? 

Soll ich nun nicht lieber den Kopf einziehen? Mich bei Mama in sicherer Geborgenheit vor der großen Welt und ihren Fragen verstecken?

Was kostet die Welt? Geh dort hin wo du dich lebendig fühlst.

Die wirklich wichtigen Fragen

Bei dem ganzen Streben nach besser, höher, weiter, frage ich mich vielleicht gar nicht mehr, WAS will ich denn eigentlich so ganz wertfrei? Was passt genau zu mir? Was ist meine ganz eigene Realität? Wo ist MEIN Platz auf dieser Welt? Was macht mich, ganz allein mich wirklich glücklich? Ich frage mich unbewusst eher, was von mir erwartet wird, dass ich tue? Was empfindet mein Umfeld als besonders gut und was als schlecht? ‘Ach, der Nachbarssohn hat seinen Abschluss im Ausland gemacht, spricht drei Sprachen fließend und ist bestimmt demnächst Fußballprofi.’ Da ist der Druck natürlich hoch.

Und wieder meine Frage: Ist das Glück?

Dieser verflixte Drang nach Bewertung

Es wird so viel gewertet in der Welt. Und ja, auch ich ertappe mich dabei, wie ich vielen Dingen meine persönliche Wertmarke aufdrücke und so auch mein Kind in bestimmte Richtungen lenke. Ich vermittle meinem Kind Werte. Und mir persönlich ist es wichtig, dass mein Kind ein Mensch ist/wird, der weiß, wie er mit seinen Mitmenschen umgeht. Doch das Bewerten muss weniger werden. Denn durch das Bewerten fällt das freie Entscheiden schwer. Das Entscheiden frei von allen Vorurteilen. Daran will ich arbeiten, leicht ist das nicht.

Was kostet die Welt? Meine Tochter und ich.

Ich auf meiner Suche nach dem WAS

Ich war in meiner Kindheit und Jugend ein unsicherer Mensch. Ein Mensch, der lieber mit dem Strom läuft, der ungern und besonders nicht im negativen Sinn auffallen möchte. Als einen solchen Menschen, hat mich mein Schulabschluss rückblickend in ein kleines Loch geworfen. Als Mensch, der nicht vor Selbstbewusstsein und Plänen für die Zukunft strotzt. Über mir stets die kreisende Frage, ‘Was willst du jetzt machen?’

Erst sind da diese Gefühle, ‘Endlich keine Schule mehr.’ und ‘Juhu, Freiheit!’ Ich niste mich daheim bei Mutti ein, machte, wonach mir der Sinn steht. Habe ich mich doch die letzten 13 Jahre genau auf diese Zeit so sehr gefreut. 

Was kostet die Welt? On my Way.

Der Ernst des Lebens

Bei meiner Rechnung habe ich aber das Leben vergessen. Sehr schnell wird klar, dass das jetzt mit dem Fachabi doch noch nicht alles war. Die Schulzeit sollte mich ja eigentlich nur auf mein Leben danach vorbereiten, oder?! So richtig vorbereitet fühle ich mich aber gar nicht.

Kick aus dem Nest

Meine Mutter und mein Stiefvater haben sich etwas Feines überlegt.

Susanna weiß nicht was sie machen will? Susanna bekommt jetzt eine 20-Stunden-Arbeitswoche daheim aufgebrummt.

 Nachdem ich nun wenige Wochen 20 Stunden lang daheim gearbeitet habe: Küche aufräumen, meiner Mutter zur Hand gehen, wenn sie Besuch hat, Wäsche waschen, sortieren, falten, Rasen mähen, Terrasse schrubben, putzen… und über diese Arbeiten auch buchgeführt habe, hatte ich keinen Bock mehr.

Probieren geht über studieren

Ich ging jobben in einem Bekleidungsgeschäft, was mir schnell zeigte, dass das nichts für mich ist. Begann ein Studium, was ich nicht mal ein ganzes Semester durchzog. Ich machte ein 2-monatiges Praktikum in Kindergarten. Arbeitete probeweise in einem Friseursalon. Machte eine Ausbildung zur Visagistin. Habe vorher – noch zu Schulzeiten – in den Ferien Erfahrungen bei einem Praktikum in einer Autowerkstatt gesammelt und etwas später in der FOS ein halbjähriges Praktikum bei einem Analogfotografen mit Dunkelkammer und Co. absolviert. Und schließlich habe ich mich für einen ‘vernünftigen’ Weg entschieden und eine Ausbildung zur Immobilienkauffrau gemacht. Diese hat mir Spaß gemacht und mich vieles gelehrt, dazu könnt Ihr aber in einem meiner älteren Blogposts zum Thema Selbstliebe mehr erfahren. 

Nach abgeschlossener Berufsausbildung in Bonn, einem weiteren Jahr Berufserfahrungen sammeln in einer Immobilienfirma in München und einer kurzen Arbeitslosigkeit, kam meine Tochter zur Welt. Nun war ich Mutter und Hausfrau und heute bin ich zusätzlich selbstständige Bloggerin.

Mein Leben – ein stetiger Weg meiner Selbst(er-)findung

Warum ich Euch das alles erzähle? Einfach um zu zeigen, dass man oft sehr viel ausprobieren muss, um die eigene Bestimmung zu finden. Ups – ich verrate Euch ein Geheimnis – ich bin mit meinen 28 Jahren, als Mama einer 4-Jährigen, als Verlobte und selbstständige Bloggerin immer noch nicht sicher, wo mein Weg mich hinführt. Kenne meine Bestimmung noch immer nicht. Lerne mich immer besser und neu kennen. Habe große Ideen und auch kleine. Traue mich nicht. Bin vielleicht mal wieder mutig. Manchmal habe ich Angst vor der Zukunft. Doch viel mehr überwiegt die aufgeregte Gespanntheit darauf, zu erleben, was das Leben noch für mich bereithält.

Was kostet die Welt? On the Road. Die Straße des Lebens.

Was kostet die Welt denn nun?

Die Welt kostet kraft, sie kostet Durchhaltevermögen, sie kostet viel Mut, sie kostet uns Nerven. Doch es lohnt sich, stark zu sein. Es ist toll, auf dieser Welt zu leben. Wir sollten sie ehren und gut zu ihr sein.

Schlusswort

Eigentlich wollte ich heute Morgen das Titelbild dieses Artikels auf Instagram posten. Ich fing an einen Text zu schreiben und der wurde so lang, dass ein Blogbeitrag daraus geworden ist.

Dies hier sind meine ganz persönlichen Gedanken. Einfach frei raus. Für mich selbst als Erinnerung daran, worauf es im Leben ankommt, mir treu zu bleiben, auf mein Herz zu hören und allem im Leben offen gegenüberzustehen. Positiver zu sein, nicht alles zu bewerten, einfach das genießen, was ich habe.

Wir wollen doch alle glücklich sein. Die gute Nachricht ist, dass wir für 40% des Glücks in unserem Leben selbst verantwortlich sind. So heißt es in dem Buch, was ich momentan höre.

Für unser Glücksempfinden ist zu 50 Prozent unsere Grundeinstellung verantwortlich, zu zehn Prozent sind es die Lebensumstände und zu erstaunlichen 40 Prozent können wir selbst aktiv Einfluss darauf nehmen.

Sonja Lyubomirsky – Glücklich sein: Warum Sie es in der Hand haben, zufrieden zu leben*

Dieses Buch ist eine Anleitung zum Glücklichsein und ich kann es kaum erwarten es weiter zu hören, die verschiedenen Tests zu machen und meines eigenen Glückes Schmied zu sein.

Was kostet die Welt? News.

Und Ihr so?

Sicherlich macht sich der eine oder andere von Euch auch solche Gedanken. Auch @jananibe hat mich mit Ihrer Instagram-Story von gestern (die Ihr wahrscheinlich leider schon nicht mehr sehen könnt) zu diesem Beitrag bewegt. Daher weiß ich, ich bin nicht allein mit diesen oder ähnlichen Gedanken. Was sind Eure Gedanken dazu? Zur Welt, zur Zukunft? Was sind eure Ängste? Ich freue mich, wenn Ihr Eure Gedanken hier in den Kommentaren mit mir und meiner Community teilt, oder mir einfach Euer Feedback dalasst. Don’t be shy… say hi.

*Dieser Beitrag enthält Werbung und Affiliate Links.

2 Kommentare
  1. Lia says:

    Ich kann dir das Buch the big 5 for life empfehlen. Das hat mich sehr geprägt und viel positives bewirkt. Man muss es lesen, als Hörbuch ist es nicht so intensiv.

    Herzlich,
    Lia

    Antworten

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