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Flugreise ohne Kind – 5 Dinge die anders sind

Flugreise ohne Kind - 5 Dinge die anders sind Meine erste Flugreise ohne Kind Flughafen München

Ein besonderer Anlass ist da, denn ich bin Tante einer perfekten kleinen Nichte geworden. Meine Tochter ist versorgt und bei meiner Tante in besten Händen. Zeit für die allererste Flugreise ohne Kind, seit ich Mama bin. Was fehlt mir? Was genieße ich? Welches Gefühl hab ich schon ganz vergessen? Wie steht es um meine (Flug-)Angst? All das erfahrt Ihr nun in 5 Dingen, die anders sind, wenn Mama plötzlich wieder ganz alleine auf Flugreisen geht.

1. Federleicht – nur mit Handgepäck

Da es für mich auf einen Kurztrip geht, nehme ich nur Handgepäck mit. Dass erleichtert natürlich einiges und spart sehr viel Zeit, die ich sonst immer für das Baggage drop-off benötige. Ich reise mit einer größeren Handtasche, in der ich meinen Laptop, meine Kamera und den Kram unterbringe, den wir Frauen nun mal in einer Handtasche mit uns schleppen. Meine Handtasche kann ich Euch übrigens auch als Wickeltasche empfehlen, so als Mama Tipp am Rande. Meine Wechselgarderobe für die zwei Tage befindet sich in einem Weekender.

Es ist also wirklich eine ganz andere und physisch leichtere Art zu reisen so ohne Kind. Wobei ich sagen kann, dass mir der Buggy als Packesel trotzdem fehlt.

Flugreise ohne Kind - 5 Dinge die anders sind federleicht, nur Handgepäck am Flughafen München

2. Flughafen-Bummelei

Es ist auch mal schön am Flughafen zu sein, ohne das ständige ‘Mama ich will dies. Mama ich will das.’ So muss ich mir keine Ausreden einfallen lassen, warum ich das eher unschöne, kaum als ‘Tier’ zu identifizierende Kuscheltier jetzt nicht kaufe. Ich kann im Sicherheitsbereich durch die Läden schlendern und hier, wie früher zu Zeiten des noch nicht Mamasein, Sonnenbrillen anprobieren, Parfüms testen und mir MEIN Getränk kaufen, in das mir keine Keksreste gespuckt werden.

Ja, all das genieße ich im ersten Moment. Doch dann werde ich plötzlich melancholisch. Bei jedem Geschäft, was ich sehe, denke ich daran, was Minnie jetzt wohl sagen oder tun würde und wie ich sonst immer mit ihr hier unterwegs bin. Ich komme am Miniaturflugzeug aus Holz mit dem kleinen Tower vorbei und weiß, wie sehr meine Tochter sich freuen würde, wenn sie jetzt hier spielen könnte. Es ist einfach so: einmal Mama, immer Mama!

Kennt Ihr dieses Gefühl nach einer Trennung? Dieses ‘ohne dich ist alles doof’-Gefühl? So ähnlich geht es mir. Alles erinnert mich daran, wie es sonst mit meiner Minnie zusammen ist.

Flugreise ohne Kind - 5 Dinge die anders sind Duty Free Bummeln im Flughafen München

3. Kein Kind – Kein Priority

Egal ob Check-in, Sicherheitskontrolle oder Boarding, bei der Flugreise ohne Kind stellt man sich als Economy Fluggast überall wieder ganz hinten an. Ups, man gewöhnt sich doch ziemlich schnell an Privilegien. Allerdings muss ich auch keinen Kindersitz im Flugzeug aufbauen oder viele Kleinigkeiten im Gepäckfach verstauen. Ich bin also mega entspannt und das Flugzeug wird schon nicht ohne mich losfliegen.

Flugreise ohne Kind - 5 Dinge die anders sind Abflug München Airport

4. Der Flug – einfach nur ich

Ich steige ins Flugzeug. Krass, wenn ich mich mal nicht vollbepackt mit Buggy auf der einen und Tasche auf der anderen Seite durch den schmalen Gang quetschen muss, natürlich stets das Kind im Blick. Es ist so anders und körperlich unbeschwert. Die Gedanken gehen bei der Flugreise ohne Kind nicht in Richtungen wie, ‘Wann war mein Kind das letzte Mal auf der Toilette?’, ‘Was gebe ich der kleinen beim Start zu essen/trinken, um den Druck auszugleichen?’ und ‘Ich bin mal gespannt, wie meine Minnie auf diesem Flug so drauf ist. Wie beschäftige ich sie am besten?’

Mein Blickfeld weitet sich wieder. Der Tunnelblick ‘Kind’ existiert auf dieser Reise nicht. Ich denke eher daran, ob ich nun lieber mein Hörbuch höre, Zeitschriften durchblättere, arbeite oder doch noch mal ein bisschen Schlaf nachhole. Oh, was bin ich frei! Ich habe fast vergessen, wie sich das überhaupt anfühlt. Ich nehme meine Mitmenschen wahr und das nicht mit den Bedenken, dass dieser oder jener vom möglichen Geplärre meiner Tochter genervt sein könnte. Nein, einfach so. Wer sind die Leute, die heute auch nach Hamburg fliegen? Wie sieht der Mensch, der neben mir sitzt, eigentlich genau aus?

Es ist einfach etwas ganz anderes, ob ich mit oder ohne Kind mit dem Flugzeug unterwegs bin.

Flugreise ohne Kind - 5 Dinge die anders sind abreiten im Flugzeig Lufthansa

5. (Flug) Angst

Ich leide unter Flugangst. Besonders mit dem Muttersein verstärkt sich diese zunehmend. Wenn ich mit meiner Tochter zusammen fliege, ist die Angst schon schlimm. Mittlerweile ist es dann so, dass meine Minnie Sätze zu mir sagt, wie ‘Keine Panik, Mama!’ und ‘Mama, willst du meinen Hasi zum Kuscheln haben? Der passt doch auf dich auf.’ Herzerwärmend und ich denke, solang sich die Flugangst nicht auf mein Kind überträgt, was ich immer befürchte, ist alles fein. Ich selbst komme bedingt mit der Angst klar. Meine Fingerknöchel treten weiß hervor, wenn ich bei Start, Turbulenzen und Landung meinen Vordersitz oder die Armlehne umklammere. Tief atmen.

Jetzt, als ich das erste Mal ohne Kind verreise, ist es noch schlimmer. Nicht nur die Angst während des Fluges. Keine kleine, niedliche Stimme die mir, wenn es mal wacklig wird, gut zuredet. Kein kleines Mädchen was mich, wenn es gerade schlimm ist, mit einem freudestrahlenden Lächeln anschaut, weil es ja so ein Spaß am Fliegen hat. Es ist besonders die Angst, bevor ich überhaupt ins Flugzeug steige. Die Angst, die wie ein dicker Kloß in meinem Hals hängt, seit ich den Button ‘zahlungspflichtig buchen’ auf meinem Laptopbildschirm geklickt habe. Mir schießen die Tränen in die Augen, als ich am Ankunftsbereich vorbei komme und eine Familie beobachte, die sich freudig wieder in die Arme fällt. Wiedervereint und glückselig. ‘Papa, ich hab dich vermisst!’, sagt die kleine Tochter der Familie und ich frage mich in dem Moment, ob ich hier nicht gerade alles aufs Spiel setze.

So ist das mit der Angst. Sie breitet sich unaufhaltsam in jeder Zelle meines Körpers aus. Immer wieder diese Horrorszenarien in meinem Kopf. Rational denken – Fehlanzeige. Bin ich nicht eben noch mit Vollgas die Flughafenautobahn entlang gebrettert? Und jetzt und hier habe ich Angst davor, in eines der sichersten Verkehrsmittel zu steigen und nie wieder zu meiner Tochter und meiner Familie zurück zu kommen.

Flugreise ohne Kind - 5 Dinge die anders sind on my Way

Flugreise ohne Kind vs. Flugreise mit Kind

Wohlbehalten bin ich nach meinem kurzen Trip in den Norden Deutschlands wieder daheim. Meine erste Mama Flugreise ohne Kind liegt hinter mir. Beide Flüge waren nahezu frei von Turbulenzen. Ich habe die Zeit für mich als ich genossen. Ich habe meine Tochter und meinen Liebsten vermisst. Für mich weiß ich nun, dass die Flugreise ohne (Klein-)Kind physisch und in manchen Punkten auch psychisch leichter ist. Doch fühle ich mich einfach besser, wenn ich meinen kleinen Schatz bei mir habe. Es wird jedoch nicht das einzige Mal bleiben, dass ich allein ohne Kind verreise. Das Leben ist widersprüchlich. Manchmal gibt es kein Schwarz oder Weiß. Manchmal muss auch ich als Mama raus aus dem Alltag, ganz allein. Und auch meinem kleinen Lieblingsmenschen tut es gut, mal ohne mich zu sein.

Flugreise ohne Kind - 5 Dinge die anders sind Frau sein und Zeitschriften durchblättern

Und Ihr so?

Wann seid Ihr das erste Mal ohne Eure Kinder so weit weg gewesen, dass Ihr nicht doch mitten in der Nacht einen Rückzieher machen konntet? Kam das überhaupt schon vor?

Welche Unterschiede sind Euch besonders aufgefallen bei der Flugreise ohne Kind im Vergleich zu der mit Kind? Habt Ihr es genossen, habt Ihr es gehasst oder lag Euer Empfinden irgendwo zwischen diesen zwei Extremen, wie bei mir?

Ich freue mich über Eure Meinung und Euer Feedback, hier unter diesem Beitrag. Merci!

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2 Kommentare
  1. Tina says:

    Ich fliege in einer Woche das erste mal mit meinem Mann alleine weg und mein Kopfkino macht mir ganz schön zu schaffen. Was ist, wenn der Flieger abstürzt und meine zwei Vollwaise werden? Ich versuche es weit, weit weg zu schieben, schaffe es aber nicht. Danke für Deinen Beitrag!!!

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    • Susanna says:

      Oh, ich kann dich so gut verstehen. Denke daran, dass es wohl das sicherst Verkehrsmittel ist. Es wird gut gehen. Die Zeit wird bestimmt toll und das Wiedersehen sowieso. Das du es nicht weg schieben kannst ist wohl normal… du bist schließlich Mama.

      Alles Liebe
      Susanna

      Antworten

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