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Wohnpsychologie im Kinderzimmer – Was ist wichtig bei der Gestaltung des Kinderzimmers? #MIMMEvent

Ich bin schwanger! Wie richte ich das Kinderzimmer ein? Worauf kommt es bei der Gestaltung des Kinderzimmers an?… Okay, das sind natürlich nicht die allerersten Fragen, die ich mir als Mami To Be stelle. Sie kommen aber schon sehr bald, was nicht nur dem Nestbautrieb zu verdanken ist. Ich liebe Einrichten! Kinder spüren emotional und körperlich wie Räume wirken. Auch haben sie, genau wie wir Erwachsenen, von klein auf Wohnbedürfnisse. Freut Euch also auf einen Blogpost vollgepackt mit Informationen, Tipps und Wissenswertem rund um die Wohnpsychologie im Kinderzimmer.

Wie Räume wirken und welche die 6 Wohnbedürfnisse sind, könnt Ihr übrigens hier in meinem zuvor veröffentlichten Blogbeitrag nachlesen.

Warum ist das Kinderzimmer wichtig?

Die verschiedenen Aspekte, warum das Kinderzimmer so wichtig ist, haben alle etwas mit der Entwicklung des Kindes zu tun. Ebenso wie wir Erwachsenen, spüren Kinder einen Raum sowohl durch Emotionen als auch durch körperliche Aktivierung. Wenn uns selbst ein Raum nicht gefällt – sei es das Büro, was wir im Job zugewiesen bekommen – , nehmen wir eine Raumanpassung vor. Kleine Kinder verfügen noch nicht über die Rationalität, mit der ein Erwachsener einordnet, was ihm gefällt und was nicht. Sie können nicht gezielt oder bewusst äußern, was sie stört.

Das Kinderzimmer bildet einen stabilen Rahmen über viele Jahre.

Wohnpsychologin, Dr. Barbara Perfahl

Meine 2,5 jährige Tochter fragt mich vor ein paar Wochen, wann sie denn ihre Bilder wiederbekommt. Die habe ich im Zuge der Umgestaltung ihres Zimmers nämlich abgehängt. Autsch, das tut dem Mamaherz weh. Heute weiß ich: Das Wohnbedürfnis Sicherheit ist für Kinder sehr wichtig und einer der Hauptfaktoren der Wohnpsychologie im Kinderzimmer. Sicherheit heißt Beständigkeit. Bei der Einrichtung des Kinderzimmers sollte darum darauf geachtet werden, dass die Möbel, die zum Einsatz kommen ein ganzes Kinderleben mitmachen. Je nach Größe des Kinderzimmers ist es besser, nicht zu viele Möbel aufzustellen. So schafft man eine ruhige Basis und lässt Platz für Kreativität.

Tipp der Wohnpsychologin: Kinderzimmer nicht ständig oder am Besten gar nicht umräumen. Lieber dekorativ austoben.

Funktionen des Kinderzimmers

Das Kinderzimmer hat verschiedene Funktionen. Diese Funktionen sollten sich als Zonen klar voneinander absetzen und in jedem Kinderzimmer zu finden sein:

  • Schlafen und Erholen – neben dem Bett strahlt diese Zone Ruhe aus. Dies unterstützt ein schnelleres Einschlafen des Kindes.
  • Aktivität und Spielen –  der Spielbereich und somit die Aktivitätszone, sollte sich klar vom Ruhebereich abgrenzen. Hier kann man sich bei der Gestaltung auch etwas ‘austoben’.
  • Lernen – in dieser Zone ist helles Licht sowie wenig Ablenkung ratsam.

Die Wohnung als Spielzimmer

Wenn es Euch als Familie wichtig ist, dass alle Räume der Wohnung als Spielräume genutzt werden, ist das völlig in Ordnung. Das hängt sowieso stark von der jeweiligen Wohnung ab. Wie ist die Wohnung geschnitten? Wie sind die Abläufe? Alle Räume einer Wohnung, das Kinderzimmer im Besonderem, bilden den Rahmen der räumlichen und motorischen Entwicklung des Kindes. Es gibt nicht die eine Lösung. Zeiten ändern sich. Früher wurden Kinder zum Spielen weg, nach draußen geschickt. Wohnen und Spielen wurden mehr getrennt und Letzteres evtl. auch als störend für die Erwachsenen empfunden. Heute verläuft sich das Ganze mehr. Die Stellung der Kinder in der Gesellschaft hat sich verändert.

Farbe im Kinderzimmer

Vom Gestalterischen her, sollte darauf geachtet werden, dass das Kinderzimmer eine eher neutrale Basis mit einzelnen knalligen Elementen bildet. Das heißt, nicht zu viel bunte Farbe. Entscheidet Euch lieber für gedämpfte Farben, die eine mittlere Reizintensität darstellen. Einfach nur weiß und farblos mögen Kinder bekanntermaßen auch nicht. Mit ein bis zwei Eyecatchern seid Ihr auf der sicheren Seite. Diese Elemente können auch immer mal verändert werden.

Eine wichtige Regel, die für die ganze Wohnung gilt: Nicht zu viel und nicht zu wenig.

Wohnpsychologin, Dr. Barbara Perfahl

Black&White Trend – Schwarz und weiß bilden den stärksten Kontrast ohne Zwischentöne. Rein von den Reizen her, stellt das eine Schwierigkeit dar. Wenn man als Eltern achtsam ist, merkt man recht schnell, was das eigene Kind mag und was nicht. Mein Kind steht auf Farbe. Ich will Minnie mehr Nuancen bieten als schwarz und weiß. Aber – Hand aufs Herz und weil’s einfach so schön ist – ein klein bisschen Black&White, ist auch in Minnies Zimmer zu finden.

Der beste Raum ist der, in dem ich selbst steuern kann, welche Reize auf mich einströmen.

Wohnpsychologin, Dr. Barbara Perfahl

Licht – ein effektives und doch oft unterschätztes Gestaltungsmittel der Wohnpsychologie im Kinderzimmer

Licht ist in der Wohnpsychologie besonders wichtig. Laut Dr. Barbara Perfahl wird Licht oft falsch eingesetzt oder schlicht vernachlässigt. Licht eines der einfachsten und günstigsten Mittel bei der Gestaltung von Räumen. Licht kann Zonen abgrenzen, Aktivitäten beeinflussenStimmungen produzieren und durch interessante Effekte gestalten. Das Furchtbarste, was man auf diesem Gebiet machen kann, ist alte Energiesparlampen einzusetzen.

So setzt Ihr Licht im Kinderzimmer ein:

  • Schlafbereich und Kuschelecke – gemütliches, warmes und ggf. dimmbares Licht sowie ein Nachtlicht
  • Aktivitätsbereich und Lernbereich – gutes helles Licht
  • Special Effects – Lampen, die Motive an die Wände/Decke werfen; bunte Lichtelemente

Das Kind im Kinderzimmer

Im Kinderzimmer findet die Entwicklung des Kindes statt. Kinder entwickeln sich durch Erforschen und Begreifen der Umwelt. Neben der oben genannten Stabilität ist die Flexibilität ebenfalls wichtig. Die kleinen Dinge im Kinderzimmer sollten der Entwicklung des Kindes anpasst werden. Erst steht da vielleicht einen Laufstall im Zimmer, der irgendwann vom ersten Tischchen mit Stühlen abgelöst wird. Im Grundschulalter wird dieses Tischchen dann durch einen Schreibtisch ersetzt. Während die einstige Wickelkommode ohne Aufsatz nun als einfache Kommode genutzt wird.

Aneignung: Meine Wohnräume mache ich zu meinen Räumen, weil ich sie mir aneigne. Das kann man bei Kindern beobachten, die irgendwann anfangen ihre Räume selbst zu gestalten. Irgendwann können sie ganz genau zum Ausdruck bringen, was sie wollen und sie entwickeln eigene Idee, wie sie sich ihre vier Wände gestalten wollen. Wichtig ist hier: Das Kind lassen. Vielleicht möchte es irgendwann das Bett in eine andere Ecke des Zimmers stellen, Kissen in bestimmten Farben haben, gar keine Kissen haben, die Wände streichen… auch das gehört zu der Entwicklung dazu.

WISSENSWERT rund ums Wohnen (mit Kind) – oder das kleine Wohn-Wiki

Ortsbindung und Ich-Idetität

Dass wir an Orte gebunden sind, nehmen wir emotional besonders dann wahr, wenn wir Heimweh haben. Diese Orte können alles sein, eine Stadt, eine Wohnung sowie ein Raum. Räume und Orte, an denen wir uns lange und oft aufhalten, werden ein Teil von uns selbst. Ein Teil unserer Ich-Idetität. Schließlich ist jede unserer Erinnerungen ortsgebunden und unser Leben ist eine Aneinanderreihung von Erinnerungen.

Raumwahrnehmung

Unser Gehirn nutzt die Räume als Raumprototypen, in denen wir uns aufhalten, wenn wir klein sind. So lernt unser Hirn Raumwahrnehmung und somit das Gefühl für Proportionen und Entfernungen. Die Raumwahrnehmung ist nicht angeboren und erst ab einem Alter von 4 Jahren abrufbar.

Sinn für Ästhetik

Die Umgebung, in der wir uns im Kindergartenalter aufhalten, prägt unsere ästhetischen Vorlieben. Wir Menschen haben schon sehr früh ein Gefühl dafür, was wir schön finden und was nicht. Daher ist die Wohnpsychologie im Kinderzimmer auch von Anfang an so wichtig.

Umzug

Bei einem Umzug ist es von Vorteil, die Kinderzimmermöbel mitzunehmen. Trotz Ortswechsel bleibt die Grundstruktur für das Kind so erhalten. Umgezogen sind wir bisher nicht. Für meine Minnie ist es aber sehr wichtig, dass ihr Mädchenzimmer beim Heimkommen von einer Reise unverändert ist. Beim Facetimen, mit dem meist daheimgebliebenen Papa, ist Minnies erster Satz ‘Ich will mein Zimmer seh’n!’

Welche Wohnung ist meine?

Wonach entscheiden wir uns unbewusst bei der Anmietung / dem Kauf einer Wohnung? – Fragt Euch doch einfach, was Eure liebste Wohnung gewesen ist. Oft, um nicht zu sagen meistens, ist das die Wohnung, die uns am meisten an die Wohnung unserer Kindheit erinnert. Auch dann, wenn sich der Wohnstandard über die Jahre verändert hat.

Ich selbst hatte, als Minnie geboren wurde, das Gefühl unsere Wohnung könnte nicht gut genug sein. Das liegt wohl daran, dass ich mit meinen Schwestern und Eltern in einem größeren Haus mit Garten wohnte, als meine Raumwahrnehmung begann. Die Raumwahrnehmung meines Kindes findet jedoch in der Wohnung statt, in der es lebt, wenn es ca. 4 Jahre alt ist. Nicht in MEINER Erinnerung. Als Eltern möchten wir natürlich das Beste für unser Kind und dazu setzen wir gerne die eigenen Maßstäbe. Mein Kind wächst anders auf als ich, aber nicht schlechter.

Minnies Kinderzimmer

In meinem Interview auf sanvie-mini.de könnt Ihr Euch ein Bild davon machen, wie das Kinderzimmer meiner Minnie derzeit ausschaut und welche meine Beweggründe waren es ganz genau so zu gestalten. Was mir vor ein paar Wochen, als ich die Antworten zu diesem Interview formuliere, noch nicht bewusst ist, die Fragen der lieben Kerstin zielen teilweise schon auf das Thema ‘Wohnpsychologie im Kinderzimmer’ ab. Erst während des Vortrags der Wohnpsychologin Dr. Barbara Perfahl beim MIMM Kindermöbel Event in Hamburg, fällt mir das mehr und mehr auf.

MIMM Event – Mamablogger Frühstück

Die Kindermöbelfirma MIMM, die sich durch highquality Möbel für Kinder in wunderschönem Design auszeichnet, lädt zum gemütlichen Bloggerfrühstück mit Thema Wohnpsychologie im Kinderzimmer. Das liebevoll eingerichtete Geschäft Kind der Stadt Hamburg von Jan Sundhoff, bietet den Perfekten Rahmen für diese Veranstaltung. Hier können wir Mamablogger, mit einem Fischbrötchen in der einen Hand und der Kamera in der anderen, einzelne Stücke aus der MIMM Kollektion in Augenschein nehmen. Der MIMM Gründer Tobias Schmitz steht für Rückfragen zur Verfügung. Während meine Minnie in der Kinderecke knetet und ihre Kids-Goodie-Bag plündert, durchstöbere ich mal das übrige Sortiment von ‘Kind der Stadt’. Hier schreit förmlich alles, egal ob nützlich oder einfach nur schön, ‘Ich bin so niedlich und hübsch. Nimm mich mit!’.

Bald ist es soweit und der spannende Vortrag zum Thema Wohnpsychologie im Kinderzimmer von Wohnpsychologin Dr. Barbara Perfahl beginnt. Während des Vortrages habe ich mich in vielen Punkten bestätigt gefühlt, andere Dinge neu überlegt und einiges noch dazu erfahren.

Wohnpsychologie im Kinderzimmer – Das Event in Bildern

Vielen Dank an das gesamte Team für die Einladung zu diesem wunderbar gelungenen Event mit großem Mehrwert für mich und nun auch für meine Community.

Informationen, Zitate und Inspiration zu diesem Blogpost stammen von Wohnpsychologin Dr. Barbara Perfahl.

Und Ihr so?

So viele Information in einem Blogpost. Hat Euch dieser gefallen oder ist er Euch zu lang? Welche Gedanken macht Ihr Euch zur Kinderzimmergestaltung? Findet Ihr das Thema Wohnpsychologie im Kinderzimmer und Wohnpsychologie im Allgemeinen auch so spannend?

Ich freue mich wie immer über Euer Feedback, denn nur so kann ich wissen, was Euch gefällt.

2 Kommentare
  1. Jana Ni Be
    Jana Ni Be says:

    Danke für diesen super recherchieren Artikel! Wie wichtig Beständigkeit im eigenen Kinderzimmer ist, kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Super Tipps und tolle Fotos. Deine Ratschläge werden bei meiner Kinderzimmergestaltung auf jeden Fall miteinfließen. LG Jana

    Antworten
    • Susanna
      Susanna says:

      Liebe Jana,

      das freut mich natürlich sehr. Vielen Dank! Ich bin gespannt was du (gemeinsam mit deiner Maus) aus dem Kinderzimmer machen wirst.

      Liebe Grüße,
      Susanna

      Antworten

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