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Wohnpsychologie – #MIMMevent

Wie schaffe ich es einen Raum so zu gestalten, dass ich mich wohlfühle? Wann fühle ich mich in einem Raum wohl? Das ist von Mensch zu Mensch und je nach den eigenen Bedürfnissen unterschiedlich. Welchen emotionalen und körperlichen Einfluss Räume auf uns haben, damit beschäftigt sich die Wohnpsychologie.

Wohnpsychologie Sofa mit Stehlampe, warmes Licht

Wie wirken Räume?

Räume haben einen Einfluss, den wir bewusst nicht wahrnehmen. Sie wirken auf zwei Ebenen:

Emotionsebene

Räume sind affektive Räume: Jeder Raum löst ein Gefühl in uns aus. Stark oder schwach, positiv oder negativ.

Beispiel: Wir kommen in unser Lieblingszimmer und uns geht es gut. Wenn wir jedoch in einen Raum kommen, der dunkel und muffig ist, fühlen wir uns unwohl und somit schlecht.

Die drei Emotionsquellen:

1. Dinglich – Welche Eigenschaft hat der Raum? Ist er eng, groß, luftig, zugestellt, stickig? Gibt es ein oder mehrere Fenster?

2. Symbolisch – Wie nutze ich den Raum bzw. wofür steht der Raum und wer lebt hier?

Beispiele: Betreten wir eine Kirche, gibt uns das ein bestimmtes Gefühl. Kommen wir in die Wohnung eines geliebten Verwandten, zu dem wir eine innige Beziehung haben, fühlen wir uns wohl. Diese Wohnung kann noch so (nach dem eigenen Befinden) scheußlich eingerichtet sein. Kommen wir jedoch in die hübsch eingerichtete Wohnung der Ex des eigenen Partners, fühlen wir uns dennoch unwohl.

3. Ästhetisch – Ist der Raum nach meinem ganz persönlichen Geschmack eingerichtet? Ästhetik ist kein Luxus, sondern das, was ich selber schön finde.

Aktivierungsebene 

Bin ich angespannt, entspannt, erregt und somit aktiviert oder bin ich ruhig? Körperlich äußert sich das durch Herzschlag, Blutdruck und Stresshormone. Räume beeinflussen diese Parameter.

Beispiel: Farbe – Laut Dr. Barbara Perfahl gibt es Studien, die zeigen, dass Farben, auch wenn wir sie nicht mit dem Auge sehen können, eine Wirkung auf uns haben. Der Körper einer Person mit verbundenen Augen merkt, ob er sich in einem roten Raum oder in einem blauen Raum befindet. Rot ist eine anregende Farbe, blau eine beruhigende. Obwohl die Person nichts sieht, gehen die Körperparameter, im Gegensatz zum roten Raum, beim blauen herunter.

Es gibt eine Wechselwirkung von Emotion und Aktivierung. Je aktiver mein Körper ist, desto mehr Emotionen spüre ich.

Wohnpsychologie Küche

Wohnbedürfnisse

Die sechs Wohnbedürfnisse, die Räume erfüllen müssen, sind bei den Menschen unterschiedlich ausgeprägt. Nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder haben diese Wohnbedürfnisse.

1. Sicherheit – Unsere Wohnung bildet unseren sicheren Hafen. Hier sind auch unsere Kinder geschützt vor Monstern, Räubern oder einfach dem Gewitter.

2. Erholung – Unsere Wohnung bietet uns einen Rückzugsort mit Privatsphäre. Hier können wir uns aus der Gesellschaft heraus ziehen.

3. Gemeinschaft – Unser Zuhause ist der Ort, an dem wir Beziehungen führen und uns mit Freunden und Familie treffen. Hier findet Kommunikation statt.

4. Gestalten der eigenen Umwelt – Jeder von uns hat das Bedürfnis die Umwelt zu gestalten und immer wieder neu zu erfinden.

5. Selbstdarstellung – Sobald wir einen Raum einrichten, drücken wir damit etwas aus. Unsere ganz persönliche Marke.

6. Ästhetik – Unsere Wohnung richten wir ganz nach unserem Geschmack ein.

Wann fühle ich mich in einem Raum wohl?

Die Parameter, wann wir uns in Räumen wohlfühlen, sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Ein Paar, was zusammenlebt, hat evtl. nicht denselben Sinn für das ‘Was ist schön?’. Auch die Wohnbedürfnisse können ganz unterschiedlich sein. Bei meinem Partner und mir ist es beispielsweise so, dass ich ein höheres Sicherheitsbedürfnis habe. Ich mag es, wenn nachts noch irgendwo Licht zu sehen ist, er hingegen mag es am liebsten stockdunkel. Die verschiedenen Wohnbedürfnisse können Beziehungskonflikte hervorbringen. Besonders bei den repräsentativen Räumen, in die man Familie, Freunde und Bekannte einlädt, kann es schwierig werden. Der Partner hat möglicherweise eine andere Vorstellung davon, wie er sich anderen hier darstellen möchte. Soll es gemütlich sein und was macht Gemütlichkeit für mich aus? Was macht Gemütlichkeit für meinen Partner aus? Welche Wandfarbe soll zum Einsatz kommen?… Dr. Barbara Perfahl behandelt dieses Thema in ihrem neuen Buch Glücklich zusammenwohnen. Es gibt wohl verschiedene Tricks, die dabei helfen können.

Wohnpsychologie - ein Shelfie IKEA Besta

Wohnpsychologie im Wohnzimmer

Danke

Informationen und Inspiration zu diesem Blogpost stammen von Wohnpsychologin Dr. Barbara Perfahl. Ihr Vortrag beim Bloggerevent von MIMM Kindermöbel in den Geschäftsräumen von Kind der Stadt, Hamburg war sehr interessant. Vielen Dank an das gesamte Team für die Einladung zu diesem wunderbar gelungenen Event mit großem Mehrwert.

Buchtipp

Ihr wollt unbedingt mehr von Dr. Barbara Perfahl über die Wohnpsychologie erfahren? Ihre beiden Bücher kann ich euch sehr empfehlen:

 

Wohnpsychologie im Kinderzimmer

Wie könnt Ihr das Kinderzimmer, mit einfachen Tricks, zu einem stabilen Rahmen für die kindliche Entwicklung herrichten? Auch Kinder haben Wohnbedürfnisse. Hier auf susamamma.de gibt es bald einen weiteren Beitrag speziell zum Thema ‘Wohnpsychologie im Kinderzimmer‘.

Und Ihr so?

Habt Ihr Euch vorher Gedanken darüber gemacht, wie Räume wirken? Hat Euch mein Blogbeitrag inspiriert? Ich freue mich sehr über Euer Feedback, hier in den Kommentaren. #dontbeshy

5 Kommentare
    • S U S A M A M M A
      S U S A M A M M A says:

      Liebe Regine,
      Das ist sehr lieb von dir. Vielen Dank!
      Das Thema finde ich auch total interessant. Ich bin gelernte Immobilienkauffrau und dies hier ist wirklich die ganz persönliche Seite von Immobilien, die ich sehr spannend finde.

      Liebe Grüße und Danke für dein Feedback,
      Susanna

      Antworten

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