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Krippeneingewöhnung Part 1

Einige Wochen vor dem ersten Krippentag erzählen wir unserer Minnie immer mal wieder, dass sie bald in die Kita geht. Ganz viel Spielen mit anderen Kindern und schöne Sachen erleben. Genau wie die kleine Conni aus Minnies Lieblingshörspiel. Je näher der Termin rückt, desto aufgeregter bin ICH. Minnie hingegen zeigt noch nicht so viele Emotionen zum Thema Krippe. Doch dann ist es (fast) soweit und wir gehen zum Eingewöhnungsgespräch.

Eingewöhnungsgespräch

Das Eingewöhnungsgespräch ist natürlich nicht der erste Tag in der Krippe. Eher ist es ein erstes Kennenlernen mit der Erzieherin Lili, die Minnies Bezugsperson sein wird. Wir setzen und zusammen und besprechen wie die Eingewöhnung ablaufen wird und Lili stellt mir einige Fragen zu den Gewohnheiten meiner Minnie. Nach dem Gespräch bekomme ich meine neugierige Maus kaum noch aus der Kita raus. Hier gibt es so viel zu entdecken und die schönsten Spielsachen. Zum Glück ist der richtige, erste Krippentag nicht mehr weit.

Tag #1

Um 09:30 Uhr kommen wir in der Krippe an. Erstmal zur Garderobe, Straßenschuhe gehen Hausschuhe tauschen und Jacke ausziehen. Zusammen machen wir uns auf den Weg zum Gruppenraum und bleiben gemeinsam eine Stunde hier. Normalerweise geht der Tag in der Krippe spätestens mit dem Morgenkreis um 09:00 Uhr los. Minnie soll jedoch erstmal den Raum erkunden und darum lassen wir das miteinander Singen und Erzählen im Stuhlkreis heute aus. Yay, so kann auch ich mich erstmal langsam an das frühe Aufstehen gewöhnen.

Die noch schüchterne Minnie betritt den Gruppenraum etwas verhalten. Sie taut jedoch schnell auf und spielt mit verschiedenen Spielzeugen. Selten kommt sie zu mir. Ich soll mich sowieso ganz passiv verhalten und werde nur von den anderen Kindern ‚beschnuppert‘. Das tollste heute ist die Trinkflasche. Minnie trinkt seit ich sie nicht mehr stille aus dem Glas und da ist so ’ne Nuckelflasche was ganz besonders. Als die Stunde rum ist und wir uns langsam verabschieden, will die Minnie am liebsten weiterspielen. Aber morgen kommen wir ja schon wieder her.

Mamagefühl: Joa, jetzt sehe ich sie hier so spielen und darf mich möglichst gar nicht einmischen. Das ist ein sehr ungewohntes Gefühl für mich und ich habe einen Kloß im Hals.

Tag #2

Vom Ablauf her ist dieser Tag wie der Erste. Auch heute rennt Minnie nicht sofort in den Raum, aber nun ist ihr die Umgebung schon nicht mehr fremd. Lili kümmert sich, wie auch schon am ersten Tag, sehr liebevoll um Minnie. Bedrängen tut sie sie jedoch nicht. Eigentlich spielt meine große, kleine Tochter ganz frei und erkundet alles. Sie hat den Puppen-Maxicosi für sich entdeckt und mag ihn gar nicht mehr aus der Hand geben. #puppenmama Sowieso ist für Minnie im Moment alles ‚MEINS‘. Das ist bestimmt ganz normal bei so einer großen Lebensveränderung und hier wird sie das Teilen sicher mehr lernen als daheim. Wobei ich an dieser Stelle sagen muss, dass meine Minnie auf dem Spielplatz ganz bereitwillig ihr Sandspielzeug mit anderen teilt.

Tag #3

Heute stoßen wir schon zum Morgenkreis zu Minnies Krippengruppe. Sie schaut sich diesen lieber noch von außen an und ’sichert‘ sich derweil ihre Lieblingsspielsachen von den letzten beiden Tagen. Ich sitze eine Dreiviertelstunde wieder ganz passiv auf meinem Stuhl und dann gibt Lili mir ein Zeichen, ich könnte jetzt mal für 15 Minuten den Raum verlassen. Ich verabschiede mich kurz, bestimmt und liebevoll von meiner Minnie und sie sagt ‚Nein, Mama nicht geht!’. Ich streichle ihr nochmal über den Kopf und gehe raus. In der Viertelstunde bin ich sehr gespannt, wie sie die Zeit ohne Mama wohl meistert. Wie ich es erwartet habe, ist es wohl gar nicht schlimm gewesen. Als ich wiederkomme mampfen alle Kids Äpfelchen und meine Minnie freut sich, dass ich da bin. Einmal hat sie nach mir gefragt, jedoch ohne Weinen oder Jammern. #proudmom

Tag #4

Es ist Zeit für eine längere Trennung. Ich gehe schon nach dem Morgenkreis für eine ganze Stunde aus dem Raum. Lili ist sich sicher, dass packt die Minnie schon und so ist es auch. Zwar will sie natürlich wieder nicht das ich gehe, lässt sich aber schnell ablenken.

Mamagefühl: Im Elternraum sitze ich nun und fühle mich irgendwie unbeholfen und überflüssig. Jedoch nicht im negativen Sinne sondern einfach ungewohnt. Ich bin stolz auf Minnie und auch auf mich. Mittlerweile hab ich auch keinen Kloß mehr im Hals. Nein, eher ganz im Gegenteil. Die Erzieherinnen und die Krippe an sich machen einen top Eindruck auf mich. Hier wird mit ganz viel Liebe mit den Kindern umgegangen. Man merkt, dass die Erzieherinnen ihren Job, wie man so sagt, wirklich gerne und leidenschaftlich machen.

Als ich heute wieder in den Raum komme, strahlt meine Minnie. Sie möchte dann aber auch schnell auf meinen Arm und freut sich, dass sie mich wieder hat. Heute hat sie nicht nach mir gefragt.

Tag #5

Der 5. Tag in der Krippe und es ist Freitag. Der Letzte Tag der ersten Krippenwoche. Wir werden in unserem morgendlichen Ablauf immer routinierter. Ich bin übrigens mittlerweile diejenige bei uns, die als erste morgens aus dem Bett kriecht. Naja, gern tue ich es natürlich trotzdem nicht. 😅 Dieser Tag läuft ähnlich ab wie der Tag zuvor. Die ganze Woche war Minnie mit ihrer Gruppe ausschließlich im Gruppenraum. Das soll sich jedoch am Montag schon ändern.

Tag #6

Nach einem schönen Wochenende mit ganz viel Family Qualitytime und der einen oder anderen Frage, von Seiten der kleinen Maus, ob wir denn heute wieder in den Kindergarten gehen, ist nun ‚endlich‘ Montag. Minnie kann also ‚endlich‘ wieder ‚ihre Lili‘ sehen. Nach dem Morgenkreis verabschiede ich mich und auch heute kommt wieder das obligatorische ‚Nein, nicht gehen!‘.

Geplant ist eine Trennung von 2 Stunden. Ich soll die Minnie vor dem Mittagessen wieder abholen. Heute werden weitere Kitaräumlichkeiten erkundet, denn Montag ist Turntag. Da bin ich schon gespannt, was ich berichtet bekomme. Als ich mein Krippenmädchen abhole, sind gerade alle Kinder im Waschraum und bekommen neue Windeln, waschen sich die Hände oder gehen auf die Toilette. Da sehe ich doch gerade noch wie meine Minnie von der Mini-Toilette herunterrutscht. Wahnsinn, ich bin so stolz! Bald erblickt sie mich und schenkt mir ein lächeln. Nun selbst vor Stolz strotzend, wäscht sie sich die Hände an den niedlichen, tiefen Waschbecken, pumpt sich die Seife selber auf ihre Händchen und zieht sich ein Tuch zum abtrocknen aus dem Spender. Ab in den Müll damit, ‚Nein, Minnie, nicht in die Toilette!‘. Die Minnie ist schon drauf und dran mit den anderen Kindern wieder in den Gruppenraum zu laufen, denn da gibt es nun Mittagessen.

Lili erzählt mir noch von den Erlebnissen des Tages. Ihr ist aufgefallen, dass die Minnie sehr müde ist. Kein Wunder, die Nacht war sie 4 Mal auf… Beim Turnen hat sie sich leicht gestoßen und kurz geweint. Sie hat sich aber wohl wunderbar von Lili trösten lassen. Als sie draußen auf dem Kindergartenspielplatz sind und Minnie stolpert, fängt sie auch ein wenig zu nörgeln an. So viel zur Müdigkeit. Nach Mama gefragt hat sie dennoch nicht. Das kann ich ja fast nicht glauben. IMMER wenn meine Maus sich weh tut müssen Mama oder Papa zur Stelle sein! Sie macht also wirklich schon tolle Fortschritte.

Tag #7

Nachdem Lili der Minnie vorschlägt mit dem Puppenwagen zu spielen, ist sie nicht mehr aufzuhalten und läuft, nach erster Schüchternheit, wie jeden Tag, an ihr vorbei in den Gruppenraum. Ab in die Puppenecke. Mein Herz macht einen Sprung, so schön ist es das mit anzusehen. Ich betrete den Raum heute das erste Mal nicht und verabschiede mich schon an der Tür. Minnie sagt dazu irgendwie gar nicht viel und ist schon im Spielparadies versunken. Ich mag gar nicht direkt gehen, zu stark ist das Gefühl, dass sie gleich doch einen Rückzieher machen könnte und zu mir zurück kommt um mich nicht gehen zu lassen. Ich warte quasi darauf. Aber nix! Ich kehre dem Gruppenraum also doch den Rücken und gehe. Die Erzieherin schlägt mir vor ich könne für diese doch längere Zeit (heute 2,5 Std.) auch woanders hin gehen als in das Elternzimmer. Ich kann und will aber irgendwie nicht. Ich will da sein, falls was mit meinem Baby ist.

Heute ist die Minnie beim Mittagessen mit dabei. Es gibt Nudeln mit Tomatensoße. Lili erzählt, sie hat zwei volle Teller gegessen, nur das Gemüse hat sie zwar probiert, jedoch schließlich verweigert. Kids eben. Ansonsten wurde viel im Gruppenraum gespielt.

Nun ist es leider an der Zeit sich zu verabschieden. Ostern steht bevor und Minnie und ich sind eine Woche nicht im Lande. Für mich geht es heute Abend nochmal zum österlichen Elternbasteln in die Krippe bevor ich dann die Koffer für den Urlaub packe.

Besser geht’s nicht

Ich bin durchaus positiv überrascht von der ersten Krippeneingewöhnungsphase. Zwar kann ich mein Kind sehr gut einschätzen und ich habe mir zuvor gedacht, dass es ihr gefallen wird, aber man weiß es eben nie mit 100%iger Sicherheit. Alle Zweifel oder Ängste meinerseits sind wie weggeblasen. Unsere Krippe wird ihrem Ruf durchaus gerecht und die Erzieherinnen sind einfach spitzenmäßig.

Minnie will, wenn ich sie nach der Krippe abhole bis jetzt immer auf meinen Arm. Das fühlt sich so schön an. Auch sonst ist sie in dieser Zeit anhänglicher als sonst. Sie muss das ganz natürlich verarbeiten und das ist ganz normal. Und hey, sie macht öfter wieder ein Mittagsschläfchen. Die Nächte sind dafür etwas durchwachsener als sonst. Minnie wacht öfter mal auf und weint, kommt zu uns ins Bett geklettert oder will, dass einer von uns bei ihr am Bett bleibt. Gewöhnlich ist es so, dass sie ihr Bett liebend gern für sich genießt. Wir versuchen ihr soweit es nicht übertrieben ist, das zu geben, was sie jetzt braucht. Vor allem unsere Nähe.

Der Urlaub und die intensive Mama-Tochter-Zeit haben die Nächte nun wieder ruhiger werden lassen. Ich bin sehr gespannt wie es mit der Eingewöhnung weiter geht und wie und wann wir sie abschließen werden. Hat uns die Auszeit zurück geworfen? Und wenn schon, wir haben schließlich alle Zeit der Welt.

Mein Baby ist ein Krippenkind. Das ist ein ganz großer Schritt für unsere kleine Familie.

Und Ihr so?

Was für Erfahrungen macht ihr oder habt ihr mit der Kitaeingewöhnung gemacht? Habt ihr auch so einen großen Respekt davor (gehabt) wie ich? Ich bin gespannt auf eure Berichte!

2 Kommentare
  1. Karoline
    Karoline says:

    Oh, das klingt ja traumhaft! Unsere Eingewöhnungszeit war extrem schwer, weil Krümel sich einfach nicht von mir trennen wollte. Da half auch kein interessantes Spielzeug…und die anderen Kids, die sie permanent im Gruppenraum bedrängten machten das Ganze nicht unbedingt leichter. Nach drei sehr chaotischen Wochen, in denen die verschiedensten Erzieherinnen immer wieder eine andere Methode an den Tag legten, um unseren kleinen Schatz „abzulenken“ half nur noch die Radiakalmethode: einfach verabschieden und die kleine Maus einen halben Tag in der Kita lassen….egal wie sehr sie weinte. Es war richtig schwer und obwohl ich mich sehr darauf gefreut habe, für mich selbst wieder Zeit zu haben, hat es mir innerlich extrem weh getan unseren Schatz so etwas anzutun…..

    Wäre ich heute nochmal in so einer Situation, hätte ich mir das Experimentierspielchen der Erzieherinnen nicht so lange angeschaut, sondern hätte vorher eingegriffen. Von daher finde ich es toll zu lesen, dass es auch anders gehen kann!
    Lieben Dank für den schönen Beitrag!
    Karo

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    • S U S A M A M M A
      S U S A M A M M A says:

      Liebe Karo,
      ui…das hört sich nicht ganz so berauschend an. Bald gibt es ja (hoffentlich) auch Part II der Eingewöhnung, da wirst du dann sehen, dass wir auch einen Rückschritt machen mussten und, dass es ohne Tränen bei uns doch auch nicht geht.
      Ich danke Dir für deinen kleinen Erfahrungsbericht.

      Liebe Grüße,
      Susanna

      Antworten

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