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Minnies Schlafgeschichte – Baby- & Kleinkindschlaf

„Sieh nur die Sterne, der Tag schläft schon ein…“, singe ich beim ins Bett bringen unserer kleinen Minnie. Der Schlaf von Babys und Kleinkindern ist bei uns Eltern ein großes Thema. Oft werde ich gefragt: Wie läuft das bei euch so mit dem Schlafen? Schläft die Kleine schon durch? Habt ihr ein Familienbett oder schläft eure Tochter in ihrem eigenen Bett? Wann ist bei euch „Bettgehzeit“ angesagt und wie lang schläft Minnie am Morgen?  Und, und, und… Das Thema Mittagsschlaf ist natürlich auch nicht zu vergessen. Jedes Kind ist anders und hat seine ganz persönlichen Bedürfnisse, sowie dessen Eltern. In diesem Blogpost möchte ich euch berichten, wie das mit Minnies Schlaf in den letzten zwei Jahren war und ist. Viel Spaß beim Lesen, Vergleichen und evtl. inspirieren Lassen.

Aller Anfang ist schwer

Die Geschichte beginnt in der Nacht nach Minnies Geburt. Mit dieser wird uns schlagartig so richtig klar, was es heißt nachts nicht mehr einfach schlafen zu können, wenn man müde ist. Es ist ja nicht so, dass wir von dieser Begleiterscheinung des Kinderkriegens nie zuvor gehört hätten, aber wirklich deutlich wird es einem erst wenn man es am eigenen Leib erfahren darf. Minnie schreit, wir sind total aufgeregt und so sind die vier Nächte im Krankenhaus echt kurz. Als wir Heim kommen wird es nicht wirklich besser. Zwar ist es viel schöner im heimeligen Bett, dafür gibt es hier aber keine Krankenschwester, die uns auch nachts mit Rat und Tat zur Seite steht. Wir sind auf uns allein gestellt und ich sag ganz ehrlich, ich hab etwas Muffensausen.  Als ‚Mom To Be‘ wurde ich regelrecht bombardiert mit den ganzen Ratschlägen, wie und wo Babys schlafen sollen und wie und wo eben nicht. Und hier stehen wir also, wir, die kleine, frisch gebackene Familie, daheim in der ersten Nacht, die langsam aber sicher über uns hereinbricht. Wir machen uns bettfertig und ich lege die Minnie in ihren Kinderwagen. Ich schukkel und schukkel sie und ganz lieb schläft mein Baby auch bald ein. Papa sagt ich soll das Licht aus machen und jetzt auch einfach schlafen. Leichter gesagt als getan! Ich bin ganz aufgedreht und frage mich ständig, ob die Minnie noch atmet und ob es ihr gut geht. Sie ist so still und ich in der Dunkelheit kann ich nicht sehen, ob sie sich bewegt… Und dann geht das Geschrei auch schon los, Minnie ist wieder wach und hat Hunger. Ich stille sie, bis sie einschläft und will sie wieder in den Wagen legen. Tja, Minnie will aber nicht im Wagen liegen. Sie will auch nicht im Beistellbettchen liegen. Sie will bei und an mir sein und das am liebsten rund um die Uhr. Abwechselnd schaukeln Papa und ich sie im Arm, tragen sie den Flur rauf und runter und meist ist die Milchbar in Betrieb. Wir hoffen immer wieder sie einfach irgendwo ablegen zu können, was aber kaum einmal möglich ist. So geht es ca. eine Woche und dann mögen und können sowohl ich als auch der Papa nicht mehr. Eine Lösung muss her und bei uns heißt sie Familienbett.

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Unser Familienbett

Das Familienbett funktioniert für uns super gut. Ich kann die Minnie zum Stillen einfach zu mir heran ziehen und dabei mit ihr einschlafen, um mir so viel Schlaf wie möglich zu holen. Entgegen der vielen Warnungen ist das einfach UNSERE Lösung. Anfangs haben wir noch Angst  und ein schlechtes Gewissen. Ich lege immer das Stillkissen zwischen Papa und Minnie. So hat er einen Puffer und rollt nicht aus Versehen auf sie drauf. Schnell merke ich aber, dass ich jetzt als Mama einen so leichten Schlaf habe, dass ich bei jeder kleinsten Bewegung oder jedem noch so leisem Geräusch hellwach bin. Mutter Natur hat einen richtigen Wachhund aus mir gemacht. Bald schon kann ich mich, wenn ich die Minnie abends zum Einschlafen in unserem Bett gestillt habe, ganz leise aus dem Zimmer schleichen. Papa und ich genießen die Abende zu zweit, was als Paar für uns total wichtig ist. Wir haben zudem das Pucken für uns und vor allem für Minnie entdeckt. Eingewickelt in dem 120x120cm großen Swaddle-Tuch von Aden+Anais, schläft sie einfach ruhiger und wird nicht jedes mal wach, wenn sie sich im Schlaf erschreckt. Ein gefütterter Fußsack, den ich ihr bis zur Brust hoch ziehe, löst das Pucktuch irgendwann ab. Unser Familienbett funktioniert bis Minnie ca. 7 Monate alt ist. Jetzt ist sie plötzlich viel mobiler und dreht sich wie ein kleiner Propeller durch das ganze Bett. Ich habe immer Angst sie fällt heraus, wenn ich nicht neben ihr liegen bleibe und meine zwei Brüste voll Milch reichen auch nicht mehr als Einschlafroutine. Ich habe nachts mittlerweile nur noch 30 cm Platz zum Schlafen, weil Minnie immer näher an mich heran gekuschelt kommt. Irgendwann reicht’s mir, so kann ich nicht schlafen. Wir kommen auf die Idee ihr Babybett aus ihrem Zimmer in unser Schlafzimmer zu verfrachten. Ich versuche sie, wenn sie (nach langem noch durchs Familienbett tollen) eingeschlafen ist, in ihr Gitterbettchen zu legen. Klappt leider nicht wirklich gut. Sie ist es eben nicht gewöhnt allein zu schlafen.

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Minnie lernt Schlafen

Wie so oft ziehe ich, nun in Sachen „Schlafsituation“, meine Mama zu Rate. Sie empfiehlt mir das Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“ von Annette Kast-Zahn und Hartmut Morgenroth. Meine jüngste Schwester hat nach dieser Methode das Ein- und Durchschlafen gelernt und meine Mama war begeistert. Von anderen Bekannten und Freundinnen höre ich auch von vielen positiven Erfahrungen damit. Bei nächster Gelegenheit wird das Buch also gekauft und von mir durchgelesen. Wir probieren das ganze aus und zwar beim nächsten Besuch bei meiner Mama. Den Entschluss fasse ich, weil ich einfach nur noch fix und fertig bin. Ich lege die Minnie in ihr Kinderbett, streichle sie und sage ihr, dass sie jetzt schön schlafen kann und sie ja ganz müde ist. Daraufhin verlasse ich das Zimmer. Minnie fängt an zu weinen und nach 2 Minuten, für mich eine gefühlte Ewigkeit, geht meine Mama zu ihr hin und beruhigt sie, redet ihr gut zu, streichelt sie und verlässt dann nach zwei Minuten wieder das Zimmer. Das wiederholt sie noch zwei Mal und dann ist die Minnie, ich kann es kaum fassen, eingeschlafen. Ich sag euch ganz ehrlich, für mich war dieses erste Mal emotional nur schwer zu überstehen. Vor lauter positiver Überraschung aber, ziehe ich die Methode jetzt bei jedem mal Schlafengehen streng durch. Klar höre ich meine Minnie gar nicht gerne weinen und es tut mir in der Seele weh, aber da muss ich jetzt durch. Die Kleine würde es total verwirren wenn ich jetzt plötzlich „weich werde“ und sie wieder in unser Bett hole. Das Weinen beim ins Bett bringen wird von Tag zu Tag weniger und nach kurzer Zeit muss ich nur noch ein oder kein Mal wieder in ihr Zimmer gehen. In ihrem eigenen Bett schläft die Minnie viel ruhiger als zwischen Mama und Papa. Sie wird nicht ständig von unseren Bewegungen wach und will auch nur noch selten nachts gestillt werden. Nach 4 Nächten schläft sie sogar ihre erste Nacht komplett durch. Ich konnte es gar nicht glauben. Ihr Hungerrhythmus verschiebt sich ganz automatisch, sodass sie jetzt tagsüber natürlich öfter gestillt werden will und Nachts gar nicht mehr. Zum Saugen in der Nacht hat sie ein paar Schnuller im Bett liegen, die sie sich mit ihren 7 Monaten schon allein in den Mund stecken kann. Wir sind total stolz auf unsere kleine Tochter! Nach ein paar Monaten gibt sie uns schon zu verstehen wenn sie müde ist und in ihr Bett möchte. Ihr eigenes Bett ist ihr wirklich heilig geworden. Natürlich gibt es auch immer mal Ausnahmen wo sie länger zum Einschlafen braucht oder mal nachts wach wird, aber wem geht das nicht so?!

Kleiner Einschub an dieser Stelle: Ich weiß, die Methode aus dem genannten Buch ist umstritten und einige von euch stöhnen wahrscheinlich auf während sie das hier lesen. Ich möchte betonen, dass ich der Meinung bin, dass jeder selbst entscheiden muss, wie er oder sie mit dem eigenen Kind verfährt. Dieser Blogpost erzählt Minnies ganz persönliche Schlafgeschichte und ist kein Leitfaden für den Baby- und/oder Kleinkindschlaf. Ich freue mich natürlich, wenn ich euch mit meinen Erfahrungen helfen kann.

Heute wenden wir, falls die Minnie mal nicht bald nach dem Gute-Nacht-Sagen schlafen mag und noch ‚Alarm‘ macht, auch die Methode an. Mit ihren fast zwei Jahren überlegt sie sich nun aber wirklich interessante Dinge um uns dazu zu bewegen nochmal in ihr Zimmer zu kommen. Das fing zum Beispiel vor ein paar Monaten damit an, dass sie einfach all ihre Schnullis aus dem Bett wirft. Aktuell ganz oben im Kurs steht das komplette Entkleiden. Sie schafft es in Windeseile ihren Schlafsack oben aufzuknöpfen, sich daraus freizustrampeln, im Anschluss den Schlafanzug aufzuknöpfen um schließlich den Body unten aufzuziehen und, wenn wir Pech haben, die Windel auszuziehen. Na Bravo… wir durften also letztens schon das erste Mal das Bett komplett neu beziehen. 😉 (Das ist eine der Situationen über die wir als Eltern, natürlich erst wenn wir wieder zu zweit auf der Couch sitzen, herzlich lachen. Raffiniertes, kleines Menschlein! 🙂 ) Übrigens, wenn Minnie schlecht träumt oder kränkelt, darf sie sich selbstverständlich auch zu Mama und Papa ins Bett kuscheln. Meistens aber kann sie bei uns dann gar nicht schlafen, wälzt sich herum und sehnt sich nach ihrem eigenen Bett. Einer von uns fragt sie nach ein paar Minuten, ob sie wieder in ihr Bett will und ihre Antwort heißt fast immer „Ja!“. Dann bringen wir die Minnie rüber und sie weiß es sehr zu schätzen „in Ruhe“ schlafen zu können. Wir natürlich auch!

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Bett-geh Rituale

Unser ins Bett Gehen am Abend sieht, je nachdem ob Mama oder Papa die Minnie ins Bett bringt, etwas unterschiedlich aus. Ich erzähl euch mal von meiner Variante: Nach dem allabendlichen Zähneputzen bekommt Papa noch einen Gutenacht-Kuss. Ins Minnies Zimmer hab ich schon das Licht, bis auf die Nachtlampe, die sich über der Wickelkommode dreht, aus gemacht. Beim Schlummerlicht wickel ich meine große Kleine und ziehe ihr den Schlafanzug an. Während ich ihr den Schlafsack anziehe singe ich oft schon das Schlaflied. Ist sie allerdings noch nicht ganz so müde, lesen wir noch ihr Gute-Nacht Buch: „Nur noch kurz die Ohren kraulen?“ von Jörg Mühle. Hier kann sie dem kleinen Hasenkind beim ins Bett gehen helfen. Minnie macht das total gerne. Sobald sie bettfertig ist, nehme ich sie auf meinen Arm und mache mit ihr zusammen das Rollo und die Vorhänge am Fenster zu. Kurz winken wir noch dem Tag zur guten Nacht und wünschen  den Fischen und der Krake auf der Lampe schöne Träume. Alle Lichter im Zimmer sind aus, nur das Licht aus dem Flur scheint durch einen Spalt in Minnies Zimmer. Sie kuschelt sich in ihr Bett und erzähle ihr noch von unserem Tag und frage sie, was wir erlebt haben. Nach ein paar Gutenacht-Küssen gehe ich auch schon aus dem Zimmer. Lustiger geht das ins Bett Bringen mit Minnies Papa zu. Da schaut dann noch das kleine Eichhörnchen bei ihr vorbei und hüpft von der Wickelkommode zum Bett und schaukelt am Mobile… Manchmal bringen wir sie zusammen ins Bett. Ihr könnt euch sicher denken, dass es ihr so am Liebsten ist.

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Die Zeiten

Am Abend geht die Minnie um 20 Uhr herum ins Bett. Sie ist dann manchmal noch länger wach und erzählt mit ihren Kuscheltieren. Morgens wacht sie meist so zwischen 8 Uhr und 9 Uhr auf. Entspannt, oder?! Früher war es etwas eher am Morgen, aber jetzt, wo Minnie ihren Mittagsschlaf oft sausen lässt, hat sich diese Zeit eingependelt. Apropos Mittagsschlaf, den hab ich eigentlich nie so richtig eingeführt. Entweder die Minnie gibt mir zu verstehen, dass sie schlafen mag oder sie macht den Tag eben durch und der Mittagsschlaf fällt aus. Früher öfter und heute nur noch selten schläft sie gerne mal unterwegs ein. Am Liebsten im Auto aber sonst auch im Fahrrad oder im Kinderwagen/Buggy. Tagsüber zu schlafen war allerdings noch nie ihr Ding.

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Das ist sie also, Minnies Schlafgeschichte. Falls ihr noch Fragen habt, schreibt doch einfach ein Kommentar unter der Post oder eine Mail an susamamma@yahoo.com. Und mich interessiert wie immer, wie es im Vergleich bei euch so läuft. Habt ihr tolle Tipps für ein Einschlaf-/InsBettGeh-Ritual? Irgendein nettes Buch zum Vorlesen o.ä.? Die liebe ValeriaSophie hat übrigens auch einen interessanten Post zum Thema Kleinkindschlaf geschrieben. Schaut doch mal rein!

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Allzeit guten Schlaf, meine Lieben!

2 Kommentare
  1. Sonja
    Sonja says:

    Liest sich mal wieder richtig klasse! Ich weiß noch, wie du dir am Handy immer die Stopuhr angemacht hast: „noch 1 Minute 20 Sekunden, dann geh ich rein“ … und wie du gelitten hast, diese paar letzten Sekunden auszuhalten. Aber es hat sich gelohnt!!! :-*

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